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Covid-19

10.08.2020

In den letzten Tagen bekommen wir immer häufiger die Frage gestellt, wie mit Mitarbeitern zu verfahren ist, die sich weigern einen Mundschutz zu tragen. Manchmal wird ein ärztliches Attest vorgelegt, was sie von der Tragepflicht entbinden soll. Wie geht man dieser Situation um?

 

Kann ein Arbeitgeber die Beschäftigten zum Tragen eines Mundschutzes verpflichten?

 

Gemäß dem §618 BGB ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, jeden Arbeitnehmer vor möglichen Gefahren, die das Leben und die Gesundheit beeinträchtigen können, zu schützen. Diese sogenannten Fürsorgepflichten basieren auf Vorschriften des Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsgesetzes sowie der Arbeitsstättenverordnung und dem Regelwerk der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Laut §3 des Arbeitsschutzgesetzes gehören zu den Grundpflichten des Arbeitgebers die Gewährleistung sowie Optimierung der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten. Je nach Art der Tätigkeit, der Arbeitsumgebung sowie der Arbeitsstoffe, die auf den Arbeitnehmer einwirken, muss der Arbeitgeber geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen. Hierbei trägt der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Verpflichtung, die für den gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsschutz erforderlichen Schutzmaßnahmen zu ermitteln. Dazu gehören technische, organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen.

Während die ersten beiden Maßnahmen vorrangig zu betrachten und nicht auf die einzelnen Arbeitnehmer bezogen sind, sind personenbezogene Schutzmaßnahmen dagegen nur zu ergreifen, wenn trotz Festlegung von organisatorischen und technischen Schutzmaßnahmen Restgefährdungen für die Mitarbeiter bestehen. Die personenbezogenen Maßnahmen stellen dabei individuelle Sicherheitsmaßnahmen wie zum Beispiel das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung (PSA), von Handschuhen, Schutzkitteln oder auch einem Mundschutz dar.

 

Gelangt der Arbeitgeber aufgrund der Gefährdungsbeurteilung zu dem Entschluss, dass das Tragen eines Mundschutzes essenziell für die Sicherstellung des Arbeitsschutzes ist, kann er diese Schutzmaßnahme veranlassen.

 

Eine sinnvolle Lösung wäre das Tragen eines „Faceshield“ :

 

Auch Visiere (z.B. aus Plexiglas) sind anstatt einer „Alltagsmaske“ zulässig! Wichtig ist bei der Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) eine Beschaffenheit, die dazu geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln durch Husten, Niesen und Aussprache zu verringern, unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie. Insofern sind auch Gesichtsvisiere oder sogenannte Faceshields zulässig.

 

 

 

08.07.2020

zwischenzeitlich arbeiten wir alle wieder voll, Homeoffice nimmt weiter ab und die kommende Ferienzeiten werden hoffentlich zusätzlich zu einer Entspannung der Situation führen. Hier liegt aber auch eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Je mehr wir die „Sache“ mit Covid19 auf die leichte Schulter nehmen, desto größer wird das Risiko, dass es zu einem erneuten Ausbruch der Erkrankung kommen wird.

 

Im Folgenden habe ich Ihnen einen sehr interessanten Artikel aus der Zeitschrift Nature, der Ihnen etwas mehr Informationen zu dieser Erkrankung geben wird.

 

Was wir auch nach sechs Monaten noch nicht wissen

Vom Ursprung des Virus bis zur Immunität: Fünf drängende Fragen zu Covid-19, mit denen sich Forscher derzeit beschäftigen.

von Ewen Callaway, Smriti Mallapaty und Heidi Ledford

 

EXKLUSIVE ÜBERSETZUNG AUS NATURE

Nature Übersetzung

 

 

Ende Dezember 2019 berichtete man im chinesischen Wuhan, einer Stadt mit 11 Millionen Einwohnern in der Provinz Hubei, erstmals über eine mysteriöse Lungenkrankheit. Rasch stellten chinesische Wissenschaftler die Ursache fest: ein neues Coronavirus. Es ist ein entfernter Verwandter des Sars-Virus, das 2003 ebenfalls in China auftrat, sich weltweit verbreitete und fast 800 Menschen das Leben kostete.

 

Inzwischen sind sechs Monate vergangen, in denen sich mehr als 11 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert haben. Die Covid-19-Pandemie hat sich zur schlimmsten Gesundheitskrise des Jahrhunderts entwickelt. Weltweit sind mehr als 500 000 Menschen in Folge einer Infektion gestorben. In der Forschung hat die Pandemie eine Revolution eingeläutet: Wissenschaftler und Ärzte arbeiten mit halsbrecherischer Geschwindigkeit, um Sars-CoV-2 und die Krankheit, die das Virus verursacht, zu verstehen.

 

Sie haben herausgefunden, wie das Virus in Zellen eindringt und sie für seine Zwecke missbraucht. Manche Menschen können dies offenbar abwenden – andere sterben daran. Sie haben Medikamente identifiziert, die den am schwersten betroffenen Patienten helfen. Viele weitere Kandidaten sind in der Pipeline. Knapp 200 potenzielle Impfstoffe haben die Forscher entwickelt. Vielleicht erweist sich einer davon bereits Ende des Jahres als wirksam.

 

Wie tödlich ist das Coronavirus? Was ist über die Fälle in Deutschland bekannt? Wie kann ich mich vor Sars-CoV-2 schützen? Diese Fragen und mehr beantworten wir in unserer FAQ. Mehr zum Thema lesen Sie auf unserer Schwerpunktseite »Ein neues Coronavirus verändert die Welt«. Die weltweite Berichterstattung von »Scientific American«, »Spektrum der Wissenschaft« und anderen internationalen Ausgaben haben wir zudem auf einer Seite zusammengefasst.

Doch mit jeder Erkenntnis zu Covid-19 tauchen neue Fragen auf, alte bleiben ungeklärt. So funktioniert Wissenschaft. Wir stellen einige der wichtigsten Rätsel vor, die Forscher nach wie vor umtreiben.

 

 

Warum reagieren Menschen so unterschiedlich auf das Virus?

Eines der auffälligsten Merkmale von Covid-19 ist, dass Menschen in sehr unterschiedlichem Maß von der Krankheit betroffen sind. Manche haben gar keine Symptome, während andere, auf den ersten Blick gesunde Menschen, eine schwere oder gar tödliche Lungenentzündung bekommen. »Die Unterschiede beim klinischen Verlauf sind dramatisch«, sagt Kári Stefánsson, Genetiker und Geschäftsführer von DeCODE Genetics in Reykjavik. Sein Team sucht nach Genvarianten, die einige dieser Unterschiede erklären könnten.

 

Im Juni 2020 stieß ein internationales Team auf die ersten belastbaren genetischen Zusammenhänge. Dafür hatte es das Erbgut von rund 4000 Menschen aus Italien und Spanien analysiert. Das Ergebnis: Personen, die eine Atemwegsinsuffizienz entwickelten, trugen mit höherer Wahrscheinlichkeit eine von zwei bestimmten Genvarianten in sich als Menschen, die von der Krankheit verschont blieben.

Eine dieser Varianten liegt in jener Region des Erbguts, die unsere Blutgruppe (gemäß dem AB0-System) bestimmt. Die andere liegt in der Nähe mehrerer interessanter Gene: Eines liefert die Bauanleitung für ein Protein, das mit dem Rezeptor interagiert, über den das Virus in menschliche Zellen eindringt. Zwei weitere kodieren für Moleküle, die bei der Immunantwort auf Krankheitserreger eine Rolle spielen.

 

Die bisher entdeckten Genvarianten scheinen den Verlauf der Krankheit allerdings nur in geringem Maß zu beeinflussen. Ein Team um den Immunologen Jean-Laurent Casanova von der Rockefeller University in New York City sucht nach Mutationen, die eine bedeutendere Rolle spielen. Um diese zu finden, durchkämmt sein Team das Genom von Menschen unter 50 Jahren, die zuvor gesund waren und schwere Verläufe von Covid-19 durchgemacht haben: »Zum Beispiel jemand, der im Oktober noch Marathon gelaufen ist und jetzt – fünf Monate später – intubiert und beatmet auf der Intensivstation liegt«, sagt er. Für andere Infektionen konnten Forscher die Ursache einer extremen Anfälligkeit bereits auf Mutationen in einzelnen Genen zurückführen. Das gilt etwa für Tuberkulose oder das Epstein-Barr-Virus, ein eigentlich harmloser Erreger, der manchmal aber schwere Erkrankungen verursacht.

 

Wie kommt eine Immunität zu Stande und wie lange hält sie an?

Immunologen arbeiten fieberhaft daran, herauszufinden, wie eine Immunität gegen Sars-CoV-2 aussehen könnte und wie lange sie andauern könnte. Ein Großteil der Forschung hat sich auf neutralisierende Antikörper konzentriert. Diese Moleküle heften sich an virale Proteine und können dadurch eine Infektion verhindern. Laut Studien ist die Konzentration an neutralisierenden Antikörpern für einige Wochen nach der Infektion hoch, lässt dann aber üblicherweise nach.

 

Menschen, die besonders schwer erkrankt waren, können aber auch länger hohe Antikörper-Konzentrationen aufweisen. »Je mehr Virus, desto mehr Antikörper – und desto länger bleiben sie«, sagt der Immunologe George Kassiotis vom Francis Crick Institute in London. Ein ähnliches Muster wurde bereits bei anderen Virusinfektionen beobachtet, etwa bei Sars (severe acute respiratory syndrome). Die meisten Menschen, die daran erkrankt waren, hatten nach ein paar Jahren keine neutralisierenden Antikörper mehr im Blut. Bei denjenigen, die es wirklich schwer getroffen hatte, hätte auch eine Testung 12 Jahre später noch Antikörper ergeben, sagt Kassiotis.

 

»Je mehr Virus, desto mehr Antikörper – und desto länger bleiben sie«

(George Kassiotis, Immunologe)

Noch wissen Forscher nicht, welche Menge an neutralisierenden Antikörpern nötig ist, um eine erneute Infektion durch Sars-CoV-2 zu verhindern oder zumindest die Symptome beim zweiten Mal abzumindern. Auch andere Antikörper könnten für die Immunität wichtig sein. Der Virologe Andrés Finzi von der University of Montreal in Kanada untersucht beispielsweise die Rolle von Antikörpern, die an infizierte Zellen binden. Diese Markierung wird von Immunzellen erkannt, die die Zellen anschließend abtöten: ein Prozess, der als antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität bezeichnet wird.

 

Das vollständige Bild der Sars-CoV-2-Immunität geht wahrscheinlich über Antikörper hinaus. Auch bestimmte Immunzellen, so genannte T-Zellen, sind wichtig für die langfristige Immunität. Studien deuten darauf hin, dass auch sie von Sars-CoV-2 auf den Plan gerufen werden. »Viele Menschen setzen Antikörper und Immunität gleich, aber das Immunsystem ist eine so wunderbare, komplexe Maschine«, sagt Finzi. »Es beinhaltet viel mehr als Antikörper«.

 

Weil es noch keinen eindeutigen, messbaren Marker gibt, der eine langfristige Immunität anzeigt, müssen die Forscher das Puzzle aus verschiedenen Immunreaktionen zusammensetzen und es mit der Antwort auf andere Krankheitserreger vergleichen, um abschätzen zu können, wie lange der Schutz anhalten könnte. Studien an anderen Coronaviren zeigen hin, dass die »sterilisierende Immunität«, die eine Infektion komplett verhindert, möglicherweise nur wenige Monate anhält. Eine schützende Immunität, die Symptome verhindert oder lindert, könnte jedoch länger anhalten, sagt Shane Crotty, Virologe am La Jolla Institute of Immunology in Kalifornien.

 

Muss man sich Sorgen über Mutationen machen?

Alle Viren mutieren, während sie Menschen infizieren – Sars-CoV-2 ist da keine Ausnahme. Molekulare Epidemiologen nutzen diese Mutationen als eine Art Fußabdruck, um die globale Ausbreitung des Virus nachzuvollziehen. Aber Wissenschaftler suchen auch nach Veränderungen, die die Eigenschaften eines Erregers beeinflussen. Mutationen könnten manche Stämme mehr oder weniger ansteckend machen. »Es ist ein neues Virus. Wenn es gefährlicher geworden ist, möchte man das wissen«, sagt David Robertson, Virologe an der britischen University of Glasgow. Sein Team katalogisiert Mutanten von Sars-CoV-2. Mutationen haben auch das Potenzial, die Wirksamkeit von Impfstoffen zu verringern: Antikörper und T-Zellen erkennen den veränderten Erreger möglicherweise schlechter.

 

Die meisten Mutationen werden keinerlei Auswirkungen haben. Die besorgniserregenden herauszufiltern, ist eine Herausforderung. Es sieht vielleicht so aus, als ob Virusversionen, die zu Beginn der Ausbrüche in Hotspots wie der Lombardei oder in Madrid identifiziert wurden, tödlicher waren als die, die in späteren Stadien oder an anderen Orten auftreten. Solche Schlüsse seien wahrscheinlich falsch, sagt der Epidemiologe William Hanage von der Harvard University’s T.H. Chan School of Public Health in Boston. In frühen, unkontrollierten Stadien eines Ausbruchs verzeichnen die Gesundheitsämter häufiger schwere Fälle. Die Verbreitung bestimmter Mutationen könnte auch auf so genannte Gründereffekte zurückzuführen sein. Das bedeutet, dass Viruslinien, die relativ früh an Orten mit einer hohen Übertragungsrate wie Wuhan oder Norditalien entstehen, zufällig eine Mutation haben, die weitergegeben wird, wenn sich die Ausbrüche auf andere Gebiete ausweiten.

 

Forscher sind sich uneinig, ob eine weit verbreitete Mutation im Spike-Protein das Resultat eines Gründereffekts ist oder ein Beispiel für eine für das Virus vorteilhafte Veränderung seiner Biologie. Die Mutation scheint zum ersten Mal im Februar in Europa aufgetreten zu sein. Heute findet sie sich in den meisten Viren, die dort zirkulieren. Und damit nicht genug: Sie ist in allen Regionen der Welt zu finden. Ein ganzer Schwall von vorab veröffentlichten Studien deutet an, dass diese Mutation das Virus infektiöser für Zellkulturen macht. Noch ist aber nicht klar, wie sich die Veränderung auf die Infektion von Menschen auswirkt.

 

Wie gut wird ein Impfstoff wirken?

Ein wirksamer Impfstoff könnte der einzige Ausweg aus der Pandemie sein. Derzeit werden weltweit etwa 200 Kandidaten entwickelt, etwa 20 davon befinden sich bereits in klinischen Studien. Die ersten groß angelegten Wirksamkeitsstudien sollen in den nächsten Monaten beginnen. In diesen Studien gibt es zwei Gruppen: Die eine erhält den Impfstoff, die andere ein Placebo. Nach einigen Monaten wird verglichen, wie viele Menschen sich jeweils mit Sars-CoV-2 infiziert haben.

 

Es gibt bereits Anhaltspunkte. Diese stammen aus Tierversuchen und Studien der frühen Phase am Menschen, in denen die Impfstoffe hauptsächlich auf ihre Sicherheit geprüft werden. Mehrere Teams haben so genannte Challenge-Studien durchgeführt. Dabei werden Tiere, denen zuvor ein Impfstoffkandidat verabreicht wurde, absichtlich dem Virus ausgesetzt, um zu testen, ob die Impfung eine Infektion verhindern kann. Studien an Makaken deuten darauf hin, dass Impfstoffe einer Infektion der Lunge – und eine daraus resultierende Lungenentzündung – möglicherweise vorbeugen könnten. Das gilt aber offenbar nicht für andere Stellen im Körper, etwa die Nase: Affen, die einen von der University of Oxford entwickelten Impfstoff erhalten hatten, wiesen dort nach einer Infektion mit dem Virus ähnlich viel von dessen genetischem Material auf wie nicht geimpfte Tiere. Solche Ergebnisse legen nahe, dass es einen Covid-19-Impfstoff geben könnte, der zwar eine schwere Erkrankung verhindert, nicht aber die Ausbreitung des Virus.

 

Obwohl bisher nur wenige Daten über die Wirkung von Impfstoffen bei Menschen vorliegen, deuten sie darauf hin, dass sie unseren Körper dazu veranlassen, neutralisierende Antikörper herzustellen, die das Virus daran hindern können, unsere Zellen zu infizieren. Es ist aber noch nicht klar, ob die Konzentration dieser Antikörper ausreicht, um eine Infektion zu stoppen und wie lange die Moleküle im Körper verbleiben.

 

Die ganze Welt hofft auf einen wirksamen Impfstoff | Ein Mann aus Soweto in Südafrika nimmt freiwillig an einer klinischen Studie teil. Ihm wird ein potenzieller Covid-19-Impfstoff gespritzt.

Regierungen und Industrie pumpen Milliarden in die Entwicklung, Erprobung und Herstellung von Impfstoffen. Dadurch könnte ein Impfstoff in Rekordzeit verfügbar sein, sagen Wissenschaftler. Vielleicht ist er aber noch nicht perfekt. »Es könnte sein, dass wir Impfstoffe haben, die den Menschen in 12 oder 18 Monaten helfen«, sagte Dave O'Connor, Virologe an der University of Wisconsin-Madison, gegenüber der Fachzeitschrift »Nature«. »Aber wir werden sie noch verbessern müssen.«

 

Woher stammt das Virus?

Die meisten Forscher sind sich einig, dass das Coronavirus Sars-CoV-2 wahrscheinlich von Fledermäusen – insbesondere Hufeisennasen – abstammt. Diese Gruppe beherbergt zwei Coronaviren, die eng mit Sars-CoV-2 verwandt sind. Eines, genannt RATG13, wurde 2013 bei Java-Hufeisennasen (Rhinolophus affinis) in der südwestchinesischen Provinz Yunnan gefunden. Sein Genom ist zu 96 Prozent identisch mit dem von Sars-CoV-2. Der zweitbeste Treffer ist RmYN02, ein Coronavirus, das bei Malaiischen Hufeisennasen (Rhinolophus malayanus) gefunden wurde und zu 93 Prozent mit der Gensequenz von Sars-CoV-2 übereinstimmt.

 

Eine systematische Untersuchung von mehr als 1200 Coronaviren, die aus Fledermäusen in China isoliert wurden, deutet auch auf Hufeisennasen aus Yunnan als wahrscheinlichen Ursprung von Sars-CoV-2 hin. Die Studie schließt jedoch nicht aus, dass das Virus von Hufeisennasen in Nachbarländern wie Myanmar, Laos oder Vietnam stammt.

 

Der vierprozentige Unterschied zwischen den Genomen von RATG13 und Sars-CoV-2 steht für eine jahrzehntelange Evolution. Experten sagen, es deute darauf hin, dass das Virus einen Zwischenwirt gehabt haben könnte, bevor es auf den Menschen übergesprungen ist. Das war beispielsweise bei Sars der Fall: Es ist wahrscheinlich von Hufeisennasen auf Zibetkatzen übergegangen, bevor es den Menschen erreicht hat. Ein paar Kandidaten für diesen tierischen Wirt wurden bereits früh im Verlauf der Pandemie genannt, mehrere Gruppen hatten das Pangolin im Verdacht.

 

Forscher haben Coronaviren aus Malaiischen Schuppentieren (Manis javanica) isoliert, die im Rahmen der Schmuggelbekämpfung in Südchina beschlagnahmt wurden. Diese Viren haben bis zu 92 Prozent ihres Genoms mit dem neuen Coronavirus gemeinsam. Diese Studien bestätigen, dass Pangoline Coronaviren beherbergen können, die einen gemeinsamen Vorfahren mit Sars-CoV-2 haben. Sie beweisen aber nicht, dass das Virus von den Schuppentieren auf uns Menschen übergesprungen ist.

 

Um den Weg des Virus zu den Menschen eindeutig nachzuvollziehen, müssten Wissenschaftler ein Tier finden, das eine Version von Sars-CoV-2 beherbergt, die damit zu mehr als 99 Prozent übereinstimmt. Die Tatsache, dass sich das Virus unter Menschen mittlerweile so weit verbreitet hat, dass diese es auch auf Tiere wie Katzen, Hunde und Zuchtnerze übertragen haben, kommt erschwerend hinzu.

 

Zhang Zhigang, ein Evolutionsmikrobiologe an der Yunnan University in Kunming, sagt, die Bemühungen von Forschern in China, das Virus aus Vieh und Wildtieren, einschließlich Zibetkatzen, zu isolieren, seien ergebnislos geblieben. Gruppen in Südostasien suchen das Coronavirus auch in Gewebeproben von Fledermäusen, Pangolinen und Zibetkatzen.

 

© Springer Nature Limited

 

© Springer Nature Limited

Nature 583, S. 178-179, 2020 10.1038/d41586-020-01989-z

07.04.2020

Immer noch müssen wir der Corona Infektion alles unterordnen und es wird m.E. auch weiterhin so bleiben, obwohl es scheint, dass ein kleines Licht am Ende des Tunnels erkennbar ist!

Folgenden Artikel aus dem Focus möchte ich Ihnen zur Kenntnis bringen, der die Frage beantwortet, warum wir in Deutschland, im Vergleich zu andern Ländern, so gut mit der Erkrankung zu Recht kommen:

 

https://www.focus.de/gesundheit/news/die-welt-blickt-auf-uns-coronavirus-totenzahl-aus-3-gruenden-ist-die-sterberate-in-deutschland-so-niedrig_id_11856783.html

03.04.2020

Antikörpertests als Hilfsmittel gegen Corona

Im Kampf gegen Corona setzt der Bund seine Hoffnung auf Antikörpertests. Sobald wie möglich soll es eine "repräsentative Stichprobe" geben, so Kanzleramtsminister Braun im ZDF.

Kanzleramtsminister Helge Braun fordert bei "maybrit illner" Antikörpertests in Deutschland.

Die Bundesregierung will im Kampf gegen Corona sofort nach Vorliegen eines zuverlässigen Antikörpertests Screenings in der Bevölkerung durchführen lassen. Wenn der Test valide sei, strebe man an, "sehr schnell, unmittelbar eine repräsentative Stichprobe zu machen", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) in der ZDF-Sendung "maybrit illner". Ziel sei ein Überblick, wie groß der Anteil der Menschen in der Bevölkerung ist, die Antikörper gegen das Virus haben.

 

Antikörpertests: Genauigkeit bisher nicht wirklich ausreichend

Einen Test auf Antikörper im Blut gebe es schon (jobmed, Anmerkung: wir probieren diese Tests momentan in verschiedenen Firmen schon aus. Die Test-Kits sind aber nur sehr schwer zu bekommen! ) er sei "aber noch nicht so genau, wie wir ihn brauchen". Der derzeit vorliegende Test könne "den fatalen Fehler machen, dass er einem suggeriert, man sei schon immun und es stimmt am Ende gar nicht".

Sobald dies behoben ist, solle "eine große Serie von Menschen, die glauben, sie hätten nie etwas mit Corona zu tun gehabt", freiwillig getestet werden, sagte Braun. Dies würde unter anderem Aufschluss darüber geben, wie viele Menschen die Erkrankung "still" durchmachten und wie groß die Infizierten-Dunkelziffer sei.

 

Schutzmasken nähen ist gut, aber sie geben keinen hundertprozentigen Schutz.

Zudem müsse man Schutzmasken auch richtig tragen, so Dr. Brinkmann. Das Fatale dabei ist, dass man befürchtet, dass viele die bisherigen sinnvollen Schutzmaßnahmen weniger strikt befolgen werden, sobald sie eine Schutzmaske tragen. Da der Virus sehr thermolabil ist, reicht es aus, wenn die Schutzmasken aus Stoff regelmäßig gebügelt werden, um wieder keimfreil zu sein.

 

Corona-App sinnvoll

Die Virologin Melanie Brinkmann geht davon aus, dass ein zuverlässiger Antikörpertest schon in etwa einem Monat verfügbar sein könnte. Die Diagnostiklabore arbeiteten derzeit an der Validierung, sagte die Leiterin der Forschungsgruppe Virale Immunmodulation am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung.

02.04.2020

Schutzmasken richtig verwenden

Beschäftigte, die bei der Arbeit ein besonders hohes Risiko haben, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren, müssen filtrierende Atemschutzmasken tragen. Medizinische Gesichtsmasken, auch Mund-Nasen-Schutzmasken genannt, reichen für Arbeitsbereiche mit hohem Risiko nicht aus, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Das stellt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mit Blick auf aktuelle Diskussionen um das Tragen von verschiedenen Schutzmasken klar.

 

Ob Beschäftigte zu jenen Berufsgruppen gehören, die für eine Ansteckung durch das Corona-Virus (SARS-CoV‑2) besonders gefährdet sind, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz. Liegt ein erhöhtes Risiko vor, muss der Arbeitgeber für entsprechenden Schutz sorgen, in Form von geeigneten Atemschutzmasken sowie technischen und organisatorischen Maßnahmen.

 

Atemschutzmasken vor allem für Personal im Gesundheitswesen

Atemschutzmasken filtern Partikel und Aerosole aus der Luft. Beschäftigte, die eine solche Atemschutzmaske tragen, sind so vor dem Einatmen kleinster luftgetragener Partikel weitgehend geschützt. Das Tragen von Atemschutzmasken (FFP2, FFP3)  ist in der Regel nur dann erforderlich, wenn Beschäftigte direkten Kontakt zu infizierten Personen oder infektiösem Material haben, beispielsweise im Gesundheitswesen oder bei der Labordiagnostik. Diese Personengruppen sind im Tragen der Atemschutzmasken geschult. Eine entsprechende arbeitsmedizinische Vorsorge muss sichergestellt sein.

 

Für die Beschäftigten werden allgemein FFP2-Masken, in Fällen mit erhöhtem Risiko wie zum Beispiel für die Bronchoskopie, FFP3-Masken empfohlen. Das Kürzel FFP steht für „filtering face piece“. Die Nummerierung zeigt die unterschiedlichen Schutzklassen an.

Sofern FFP2-Masken derzeit nicht zur Verfügung stehen, empfiehlt die DGUV in Anlehnung an die Empfehlung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) für Beschäftigte im medizinischen und pflegerischen Bereich für die Dauer der derzeitigen Gesundheitsbedrohung den Einsatz von Masken, die mindestens dem NIOSH-Standard N95 entsprechen: https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/FAQ-PSA/FAQ_node.html

 

Medizinische Gesichtsmasken: kein Ersatz für Atemschutzmasken

Sogenannte medizinische Gesichtsmasken bedecken Mund und Nase, dichten am Gesicht aber nicht ab. Sie schützen die sie tragende Person vor Flüssigkeiten wie Spritzern und großen Tröpfchen, ersetzen aber nicht den Atemschutz. Im medizinischen Bereich werden medizinische Gesichtsmasken daher in erster Linie von Personal verwendet, das Patientinnen und Patienten vor den eigenen Atememissionen schützen möchte. Infizierte Personen sollten den Schutz tragen, um das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen, zu verringern. Wichtig ist, dass der Schutz durch den Hersteller nach der Norm für „medizinische Gesichtsmasken“ geprüft und zertifiziert ist. Nicht zertifizierte medizinische Gesichtsmasken sollten im beruflichen Bereich nicht verwendet werden.

Außerhalb des medizinischen Bereichs ist das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken am Arbeitsplatz nur dann sinnvoll, wenn die tragende Person andere Menschen schützen will. Allerdings empfiehlt die DGUV gerade in der jetzigen Lage, dass nur solche Beschäftigte zur Arbeit gehen, die keine respiratorischen Symptome zeigen.

Um den Unterschied zwischen medizinischer Gesichtsmaske und Atemschutzmaske auf einen Blick deutlich zu machen, hat das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) eine Übersichtsgrafik erstellt. Sie kann hier heruntergeladen werden (https://publikationen.dguv.de/forschung/ifa/allgemeine-informationen/3788/plakat-schutzmasken-wo-liegt-der-unterschied)

 

Was momentan von vielen fleißigen Mitbürgern hergestellt wird, sind lediglich Gesichtsmasken!

 

Ärztliche Schweigepflicht

Nach § 203 Abs. l des Strafgesetzbuches (StGB) wird bestraft, wer unbefugt ein fremdes Geheimnis offenbart, das ihm als Arzt anvertraut worden ist. Um die bei den Vorsorgeuntersuchungen gewonnenen Erkenntnisse wirksam nutzen zu können, müs­sen diese in die Praxis umgesetzt und ausgewertet werden. Hierbei können sich Kon­flikte mit dem Berufsgeheimnis ergeben. Die ärztliche Schweigepflicht gilt wie für je­den anderen Arzt auch für den Betriebsarzt (§ 8 Abs.l ASiG) und für den ermächtigten Arzt, der nicht zugleich Betriebsarzt ist. Eine Offenbarungsbefugnis kann im Rahmen des § 203 StGB u. a. auf gesetzlicher Anzeigepflicht oder auf Einwilligung des Betroffenen beruhen.

Weitergabe des Untersuchungsergebnisses (Ärztliche Bescheinigung)

Die Untersuchungsergebnisse beschränken sich auf die bloße Feststellung, ob ge­sundheitliche Bedenken gegen eine Beschäftigung an einem bestimmten Arbeitsplatz bestehen oder nicht sowie auf ergänzend hierzu ausgesprochene Bedingungen, Auflagen oder Empfehlungen. Die Schweigepflicht ist nicht verletzt, wenn dem Arbeitgeber lediglich diese für die Personalentscheidung wesentlichen Fakten mitgeteilt werden. Die Weitergabe ist bei der sog. speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorge in Rechtsvorschriften vorgeschrieben (§ 9; § 31 GefStoffV). Untersagt der Mitarbeiter ausdrücklich die Weitergabe der ärztlichen Bescheinigung, so muss sich der unter­suchende Arzt auf die Mitteilung an den Arbeitgeber beschränken, dass die Unter­suchung stattgefunden hat. Sind Aspekte des Schutzes von Arbeitskollegen oder Drit­ten bzw. von wesentlichen Sachgütern zu berücksichtigen, geht es also zugleich um die Eignung des Versicherten für eine bestimmte Tätigkeit, so hat der Arzt bei seiner Entscheidung über die Weitergabe der Untersuchungsergebnisse eine Rechtsgüterabwägung vorzunehmen. Er ist offenbarungsbefugt, wenn dem zu schützenden Rechtsgut der höhere Rang einzuräumen ist. Geht es um Gesundheitsaspekte des Mitarbeiters selbst, so geht das Selbstbestimmungsrecht bei noch vertretbarem Gesundheitsrisiko des Versicherten so weit, dass er sich nicht gegen seinen Willen vor Schaden zu bewahren lassen braucht, vorausgesetzt, er ist zuvor hinreichend über die möglichen Folgen einer Fortsetzung der Tätigkeit aufgeklärt worden. Im Fall von Angebotsuntersuchungen oder bei der allgemeinen arbeitsmedizinischen Vorsorge kann nicht zuletzt wegen der besonderen Bedeutung des Selbstbestimmungsrechts des Mitarbeiters in diesem sensiblen Bereich von einer stillschweigenden (konkludenten) Einwilligung des Mitarbeiters in die Weitergabe des Untersuchungsergebnisses an den Arbeitgeber auch wegen der möglichen Rechtsfolgen einer negativen Bescheinigung nicht ausgegangen werden. Um sicherzugehen, sollte der Mitarbeiter nach der Untersuchung über das Ergebnis aufgeklärt und gefragt werden. Sein Einverständnis ist in den Arztunterlagen zu dokumentieren.